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VonNormann Hoppe

Schnittkurs 30.12.22

Nach einer Coronapause findet dieses Jahr wieder der jährliche Schnittkurs statt. 
Für das leibliche Wohl ist gesorgt (Bratwürste und Glühwein).

VonNormann Hoppe

Apfel-Gespinstmotte: Erkennen, bekämpfen & vorbeugen

m Frühjahr kann es vorkommen, dass sich der Apfelbaum wie von Geisterhand in ein weißes Netz legt. Dafür ist die Apfel-Gespinstmotte verantwortlich.


Apfelgespinstmotten spinnen ein weißes Netz in Apfelbäume [Foto: pzAxe/ Shutterstock.com]

Apfelgespinstmotten spinnen ein weißes Netz in Apfelbäume 
Die Larven der Apfel-Gespinstmotten (Yponomeuta malinellus) können unsere Bäume in Gespinste einpacken und fressen sich an den Blättern satt. Wie Sie diesen Schädling erkennen können, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt. Außerdem verraten wir Ihnen, was man gegen diese Falter unternehmen kann. 

Apfel-Gespinstmotte: Steckbrief und Lebenszyklus
Die Apfel-Gespinstmotte oder auch Apfelbaumgespinstmotte gehört zur Familie der Gespinst- und Knospenmotten (Yponomeutidae) und bildet pro Jahr nur eine Generation.
Die Falter schlüpfen im Sommer, in den Monaten Juni bis August. Nachdem die Weibchen begattet wurden, legen sie ihre Eier dachziegelförmig unter einer Sekretschicht an der Rinde der Apfelbäume ab, damit diese geschützt sind. Die Sekretschicht härtet dann aus. Diese Eiablage geschieht ab Mitte Juli bis August des vorherigen Jahres.
Die Eier haben zuerst eine gelbliche Farbe und sind länglich oval. Nach einiger Zeit verfärben sich die Eier bräunlich und nach einigen Wochen schlüpfen daraus die Larven. Sie überwintern unter der Sekretschicht und fressen zuerst noch nicht.
Im Frühjahr ab Anfang Mai beginnen die Raupen mit ihrem Fraß an den Blättern oder sie minieren in diesen. Rasch beginnt danach auch die Bildung der Gespinste, in denen sie gesellig zusammen leben. Im Juni verpuppen sich dann die Larven im Gespinst und es entstehen weiße, feste Kokons, die man dann in den Gespinsten erkennen kann. Aus diesen Kokons schlüpfen dann die erwachsenen Falter.


Die weißen Kokons der Apfelgespinstmotte [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Günstig für die Gespinstmotten sind milde und schneearme Winter, denn dann ist die Überlebensrate der Larven am höchsten. Damit sich die Falter paaren, muss in der Nacht (zwischen ein und vier Uhr) die Temperatur über 12 °C hoch sein. Daher ist es auch verständlich, dass es in heißen und trockenen Sommer besonders viele Nachkommen gibt, wenn es jedoch viel regnet, wirkt sich das negativ auf die Vermehrung der Gespinstmotten aus.

Apfel-Gespinstmotte erkennen
Die erwachsenen Falter haben eine Flügelspannweite von 16 bis 23 mm. Wie alle Falter der Familie Yponomeutidae sind ihre gefransten Vorderflügel weiß mit schwarzen Punkten und die Hinterflügel grau gefärbt. Wenn sich die Motten in Ruhe befinden, legen sie ihre Flügel dachförmig ab.
Die Vorderflügel der Apfelgespinstmotte sind weiß mit schwarzen Punkten.
Die Larven hingegen haben eine gelbliche bis grünliche Farbe, sind aber ebenfalls schwarz gepunktet und gering behaart. Ihre Kopfkapsel sowie die Beine sind dunkel gefärbt. Die Larven der Apfel-Gespinstmotte können eine Größe von 18 bis 25 mm erreichen.

[Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Die Larven der Apfelgespinstmotte sind gelblich [Foto: Jiri Prochazka/ Shutterstock.com]

Apfel-Gespinstmotte: Wie gefährlich für den Apfelbaum?
Prinzipiell ist der Befall nicht tödlich für Ihren Apfelbaum. Auch wenn es zu einem starken Befall kommt, kann der Baum normalerweise wieder austreiben, sogar nach einem Kahlfraß durch die Larven. Natürlich wird dadurch aber der Ertrag stark beeinflusst und man kann auch im folgenden Jahr noch einen geringeren Ertrag erwarten.

In erster Linie ist der Befall mit den Gespinstmotten ein optisches Problem. Der Zierwert ist schließlich stark gemindert, wenn man einen Apfelbaum im Garten stehen hat, der aussieht, als wäre er in ein Haarnetz gepackt worden.

Erkennen kann man den Befall ab April (also kurz oder während der Blüte), wenn sich die Blattspitzen oder andere Blattteile verfärben und braun werden. Diese Stellen trocknen dann auch ein und wenn man sie öffnet, sind kleine Raupen zu finden. Ab Mai kann man dann die weißen Gespinste erkennen, die an den Seiten- und Endtrieben plötzlich erscheinen. Bei genauerer Betrachtung erkennt man die Larven der Apfel-Gespinstmotte darin.

Ab Mai kann man die weißen Gespinste im Apfelbaum erkennen.

Bei einem extremen Befall kann es dazu kommen, dass der ganze Baum kahlgefressen wird – aber keine Angst, der Baum kann wieder austreiben. Jedoch kann es bei einem massiven Befall dazu kommen, dass sich die Larven auf die Suche nach neuen Nahrungsquellen machen, den Stamm hinunterklettern und dann auch andere Wirtspflanzen befallen.
Bei einem (mehrjährigen) Befall kann es durchaus zur Schwächung des Baumes kommen und in den folgenden Jahren können, wie schon erwähnt, Ertragseinbußen auftreten.
Apfel-Gespinstmotte erfolgreich bekämpfen
Dass die Gespinstnetze kein schönes Bild in unseren Gärten machen, ist uns allen klar. Aber machen diese kleinen Falter unseren Bäumen wirklich Probleme oder ist es nur ein optisches Problem, gegen das wir hier kämpfen?

Apfel-Gespinstmotte biologisch bekämpfen

Muss die Apfel-Gespinstmotte bekämpft werden?
Generell müssen Sie sich bei einem Befall keine Sorgen um Ihren Apfelbaum machen. Natürlich machen diese Gespinste kein schönes Bild, aber gefährlich sind sie nicht. Wenn Sie die Motten trotzdem los werden wollen, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt, wie Sie das machen.

Der einfachste Weg, um die Apfel-Gespinstmotten loszuwerden, ist Absammeln. Entfernen Sie die Gespinste mit einem Besen oder spritzen Sie sie mit dem Schlauch mit einem harten Wasserstrahl herunter. Wichtig ist, die Gespinstreste und Larven am Boden aufzusammeln, damit sie nicht mehr zurück auf den Baum wandern können. Um sich das Aufsammeln zu erleichtern, können Sie ein Tuch unter den
Baum legen, bevor Sie loslegen. Damit können Sie herabfallende Larven schnell einsammeln und entsorgen. Sie können die Gespinste natürlich auch herausschneiden, wenn es nicht zu viele sind. Entsorgen Sie diese Reste im Müll und nicht am Kompost.
Um ein Aufsteigen der Larven vom Boden noch zu verhindern, können Sie Leimringe an Ihren Baumstämmen anbringen. Die heruntergefallenen Larven bleiben dann am Leim kleben, wenn sie wieder auf den Baum klettern wollen.

Um ein Aufsteigen der Larven vom Boden zu verhindern helfen Leimringe am Baumstamm.
Es gibt auch Nützlinge, die man gegen die Gespinstmotten einsetzen kann, jedoch werden diese meist nur bei starkem Befall im Obstbau verwendet. Abhilfe bei Gespinstmotten können Schlupfwespen (lchneumonidae) und Erzwespen (Chalcidoidea) bringen. Diese Nützlinge gehören zu den natürlichen Gegenspielern von Gespinstmotten.


Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Apfelgespinstmotte [Foto: SIMON SHIM/ Shutterstock.com]

Pheromone sind auch ein Mittelchen, dass man gegen die Gespinstmotten einsetzen kann. Es gibt spezielle Fallen, die Pheromone für die Apfel-Gespinstmotten ausstoßen und somit die Falter anlocken. In der Falle befinden sich beleimte Flächen, an denen dann die Motten kleben bleiben. Damit kann die Paarung verhindert und die Eiablage reduziert werden. Bei Pheromonfallen ist es besonders wichtig, die richtigen einzusetzen. Pheromone sind sehr artspezifisch. Daher zeigen zum Beispiel Fallen gegen den Apfelwickler bei den Gespinstmotten keine Wirkung und umgekehrt.

Apfel-Gespinstmotte biologisch mit XenTari® bekämpfen
XenTari® ist ein natürliches Insektizid und wird auf öffentlichen Grünflächen, Obstanlagen sowie im Ökolandbau erfolgreich angewendet und bekämpft die Apfel-Gespinstmotte ohne Chemie. Das Mittel wirkt auf biologische Art gegen freifressende Schmetterlingsraupen, also Raupen die nicht in der Pflanze leben. Andere Insektengruppen werden dabei nicht geschädigt: Auf Wild- und Honigbienen, Nützlinge oder Spinnentiere hat der Wirkstoff keinen Effekt. Diese Besonderheit ist durch den enthaltenen Wirkstoff möglich: Überdauerungs-Sporen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt), welches ein häufig auftretender Organismus in Böden ist. Bacillus thuringiensis wird von den Larven mit ihrer Nahrung aufgenommen und wird während der Verdauung in ein Gift umgewandelt. Dieses führt dazu, dass die Larven aufhören zu fressen und schließlich an einer Art „Blutvergiftung“ absterben. Bacillus thuringiensis erfasst dabei nur frühe Larvenstadien, das Mittel sollte ab Mitte April bis circa Mitte Mai verwendet werden. Auch bei anderen Mitteln ist es wichtig, diese vor der Gespinstbildung anzuwenden – eine spätere Anwendung zeigt keine Wirkung.
Apfel-Gespinstmotte chemisch bekämpfen
Nitroguanidine oder Neonicotinoide sind momentan die neueste und weltweit umsatzstärkste Gruppe von Insektiziden. Auch deren Wirkstoff wie Thiacloprid zeigt eine Wirkung. Produkte sind sehr gut pflanzenverträglich, problemlos mischbar und in einem breiten Temperaturspektrum anwendbar. Größter Nachteil davon ist eindeutig die Toxizität gegenüber Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und anderer bestäubender Insekten. Nachgewiesen wurden beispielsweise negative Auswirkungen auf die Orientierungsfähigkeit von Honigbienen, weshalb der Einsatz von diesem Nervengift in den letzten Jahren stark eingeschränkt wurde.

Apfel-Gespinstmotte: Befall erfolgreich verhindern
Wenn Sie schon einen Befall hatten, empfiehlt es sich besonders im Winter einen Rück- und Pflegeschnitt zu machen. Den Schnittabfall sollten Sie kontrollieren, denn hier können sich die Eier beziehungsweise die überwinternden Larven befinden. Geben Sie die abgeschnittenen Äste nicht auf den Kompost, sondern entsorgen Sie sie am Abfallhof. Hier erfahren Sie vom Experten, wie Sie Ihren Apfelbaum richtig schneiden.

Leimringe zeigen keine vorbeugende Wirkung bei der Apfel-Gespinstmotte, da sich die Gelege dann schon am Baum an den Ästen befinden. Nur wenn Sie die Gespinste mechanisch im Sommer entfernen, können die Leimringe ein nochmaliges Aufsteigen der Larven verhindern.

(c) Apfelbaum: Krankheiten & Schädlinge – Plantura

VonNormann Hoppe

Baum des Jahres 2022 – die Rotbuche

Jahrtausendelang galt der deutsche Wald als dunkel und gefährlich, als Wohnort von Dämonen und Fabelwesen. Die Germanen verehrten Bäume als Sitz von Göttern – welche die frühen Christen deshalb fällten. Bis heute ist der Wald für viele Deutsche ein Sehnsuchtsort.

Gerade Buchenwälder wecken bei den Deutschen Emotionen.
Dichter und Maler machten ihn zum Symbol einer ersehnten heilen und träumerischen Welt.
Das romantische Waldgefühl entstand aus der städtischen Intellektuellenkultur heraus. Mit dem Ausbau der Städte und der beginnenden Industrialisierung hatten viele das Gefühl, einen Teil der Natur und einen natürlichen Erholungsraum verloren zu haben. Der Wald wurde zu einer Erinnerungslandschaft – ein Ort, den die Städter bereits verloren hatten.

Unter anderem der Maler Caspar David Friedrich und der Dichter Joseph von Eichendorff schenkten dem Wald große Beachtung. So schrieb von Eichendorff 1810 in seinem Gedicht „Abschied“:

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächtger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäftge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!

Auch viele Märchen der Gebrüder Grimm, ebenfalls Vertreter der Romantik, spielen im Wald: Hänsel und Gretel etwa, Rotkäppchen und Schneewittchen.

Rotbuche

Verbreitung

Sie ist die häufigste Laubbaumart in Deutschlands Wäldern. Mit ihrem recht variablen Höhenwuchs von bis zu 45m kann sie alle anderen Laubbäume – außer vielleicht der Esche – übertreffen. Ihre Wuchsform kann im Wald recht schlank ausfallen – mit einem bis zu 25 Metern astfreien Stamm und mit schräg nach oben gerichteten Kronenästen. Außerhalb des Waldes – im Freistand – geht die Buche aber eher in die Breite. Dort beginnt meist schon in zwei bis drei Metern Höhe eine ausladende Krone auf einem wuchtigen Stamm. Sie wird hier in Deutschland selten älter als 300 bis 350 Jahre. Die älteste Buche in Europa steht in den Österreichischen Kalkalpen und ist 550 Jahre alt. Auffällig und einzigartig unter den Waldbäumen ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue, allerdings gegen direkte Sonnenbestrahlung empfindliche Rinde.

Sie ist pure Europäerin. Allerdings sind ihr die Winter in Nordeuropa mit Ausnahme der eher küstennahen Flachlandgebiete in Südschweden und Südnorwegen zu kalt. Richtung Osten wird ihr das Klima schon recht bald zu trocken und die häufigen Spätfröste zu gefährlich. Ihre Ostgrenze ist daher schon im westlichen Polen erreicht und zieht sich östlich der ukrainischen und rumänischen Karpaten bis nach Bulgarien.

Besondere Ansprüche an den Standort stellt die Buche nicht. Der Boden darf lediglich nicht zu nass oder zu trocken sein. Er kann ruhig recht sauer und nährstoffarm sein, aber auch reiner Kalkboden kommt infrage. Solange mindestens 650mm Regen im Jahr fallen, geht’s der Buche gut. Mit anderen Worten: Sie kommt auf allen Waldstandorten gut zurecht, außer in Auwäldern, Mooren, Sümpfen und auf sehr trockenen Böden.

In der Konkurrenz mit den anderen Waldbaumarten ist die Buche deutlich im Vorteil, und zwar durch ihre Laubkrone, die einen ungewöhnlich starken Schatten wirft. Unter dem dichten Kronendach der Buchen können außer Eiben, Stechpalmen und Weiß-Tannen keine der anderen Baumarten lange überleben. Nur ihr eigener Nachwuchs, der hat eine ungewöhnlich hohe und ausdauernde Schattentoleranz. Junge Buchen können über viele Jahre, ja sogar einige Jahrzehnte in diesem Schatten in Warteposition verharren, wachsen aber sofort los, wenn durch einen abgestorbenen oder weggebrochenen Baum ausreichend Licht durchs Kronendach fällt. Wie ausgefeilt diese Schattenstrategie funktioniert, lässt sich beim jährlichen Blattaustrieb beobachten, der sich über fünf, sechs Wochen von Ende April bis in den Juni hinzieht und sukzessive von unten nach oben verläuft: Er beginnt bei den keimenden Buchen am Boden, gefolgt von den jüngeren Buchen im Unterholz, dann werden die unteren Kronenzweige grün und schließlich dann auch das Kronendach. So bekommen alle vom späteren Schatten der Krone betroffenen Triebe immerhin wenige Wochen ausreichend Licht, um fertig auszutreiben.

Form

Das Rotbuche Blatt unterscheidet sich bezüglich der Form nicht von anderen Vertretern seiner Art: es ist oval und läuft am Ende etwas spitz zu. Diese Blattform ist charakteristisch für Buchengewächse.

Größe

Die Blätter können unterschiedlich groß sein: mit einer Länge von 5 – 10 cm sowie einer Breite von 3 – 8 cm sind sowohl kleinere, mittelgroße als auch recht große Exemplare vorhanden. Studien zufolge ist die jeweilige Größe abhängig davon, an welcher Stelle in der Krone beziehungsweise dem Geäst sich das Blatt befinden. Jene Blätter, die weit oben und außen sitzen und demzufolge viel Licht und Sonne abbekommen sind gemäß dieser Theorie größer als jene, die in Stammesnähe sowie im Inneren der Krone wachsen. Auch ist die Größe abhängig vom jeweiligen Alter des Laubes: nach dem Austrieb sind die frischen grünen Blätter logischerweise noch kleiner als „ausgewachsene“ Exemplare im Sommer.

Rotbuche Blatt Merkmale

  • Auffällig ist, dass die Blätter der Rotbuche leicht gewellt Dies ist – wie bei manch anderen Gewächsen – jedoch kein Zeichen einer Mangelerscheinung, sondern einfach ein Charakteristikum dieses Gehölzes.
  • Betrachtet man den Blattrand, so wird man feststellen, dass dieser nur leicht gesägt ist.
  • Die Blätter sind wechselständig angeordnet
 
VonNormann Hoppe

Blütenfest 8. Mai

Nach 2 Jahren Pause ist es wieder soweit, wir freuen uns auf Sie.

VonNormann Hoppe

Schnittkurs / Theorie

Wenn schon kein praktischer Kurs, dann zumindest ein paar theoretische Ansätze

Warum werden Obstbäume geschnitten?

Junge Bäume würden auch ohne Schnitt wachsen. Der Baum würde den normalen Wachstumsgesetzen der Natur folgen. Zudem würde die Ertragsphase nicht effizient genutzt werden, und der Baum ist nicht so belastbar. Durch den Schnitt wird der Aufbau des Baums und damit die Stabilität über Jahre sichergestellt. Darüber hinaus erhält man durch den Schnitt den gewünschen Ertrag mit entsprechender Qualität.

Aufbau und Erhalt

  • Im Erziehungsalter (die ersten 4 – 7 Jahre) Aufbau und Fördern der Leitäste. Starke Gerüstäste werden gezogen, um später auch den Etrag mit dessen Gewicht tragen zu können.
  • Im Ertragsalter das Erzielen von hohem Ertrag mit bester Qualität durch das Auslichten der Äste und durch stetige Verjüngung älterer Äste. Der Baum bleibt dadurch vital und verkahlt nicht im dunklen Bauminneren.
  • Für Äste gilt im Allgemeinen:
    • steile Äste bilden Blätter und werden zu Leitästen
    • flache Äste (waagrecht) bilden Früchte
    • hängende, nach unten wachsende Äste sterben ab und sollten entfernt werden

Gründe für den Schnitt

  • Krankes Holz entfernen
  • Totes Holz entfernen
  • Licht in den Baum bringen
  • Alternanz kann vermieden oder verringert werden (Jahre ohne Ertrag)
  • Erhaltung & Verjüngung (Neuaustriebe & Ersetzen von alten Ästen)
  • Erhalten der Saftwaage

Das richtige Werkzeug

Die folgenden Werkzeuge sind beim Baumschnitt zu empfehlen:

  • Gartenschere
    • Vor allem beim Pflanzschnitt und in den ersten Jahren notwendig
  • Astschere
    • Zum Entfernen von dickeren Ästen
  • Astsäge
    • Zum Entfernen dickerer Äste, welche nicht mehr mit der Schere entfernt werden können. Es eignen sich vor allem Einhand-Zugsägen
  • Schneidgiraffe
    • Für das sichere Arbeiten vom Boden aus

Schnittzeitpunkt

Als Faustregel gilt:

  • Ab Beginn des Laubfalls keine Bäume mehr schneiden. In dieser Zeit beginnt der Saftrückfluss (Vegetationsruhe)
  • Bei Beginn der Knospenbildung darf ebenfalls kein Schnitt mehr erfolgen. Hier fließt der Saft zurück in die Krone

Winterschnitt

Der Schnitt erfolgt für die meisten Obstbäume zwischen November und März, also nach dem Laubfall und vor der Knospenbildung.

Wichtig ist, dass bei trockenem Wetter und bei Temperaturen von über 5°C geschnitten wird.

Beim Schnitt gilt: Starker Schnitt führt zu starkem Austrieb aus wenigen Knospen, ein schwacher Schnitt führt zu schwacherem Austrieb aus mehreren Knospen.

Kein Schnitt führt zur Beruhigung des Wachstums.

Sommerschnitt

Ist der Baum sehr triebig, d.h. hat der Baum ein starkes Wachstum, kann ein Sommerschnitt zu einer Beruhigung führen. Beim Sommerschnitt ist bereits Laub vorhanden, dadurch treibt der Baum beim Schnitt nicht so sehr aus.

Der Sommerschnitt wird meist im Juli / August durchgeführt

Sommerriss

Wurde ein Baum im Winter stark geschnitten, kann es vermehrt zu Wasserschossern führen. Würden diese wieder nur abgeschnitten werden, würde dies erneut zum Austreiben führen. Daher empfielt sich ein Sommerriss. Der Sommerriss wird Ende Mai bis Mitte/Ende Juni durchgeführt. Hierbei werden die neuen Triebe gerissen und dadurch auch die „schlafenden“ Augen mit entfernt.

VonNormann Hoppe

OGV Treffen in der Scheuer

Jeden Mittwoch ab 18:00 Uhr geselliges Beisammensein in der OGV Scheuer.